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„Der Hund steht erst einmal an zweiter Stelle“
Interview mit Matthias Haufa, Redakteur des Online-Städteportals City-Nordhausen und Dieter M. Zurr, Kommunikationstrainer bei Dangerous-Dogs, der etwas anderen Hundeschule vom 04.02.2012.

Dieter Zurr zählt zu den erfolgreichen Hundetrainern in Deutschland – er betreibt die Hundeschule “Dangerous-Dogs“ und beschäftigt sich vorwiegend mit den Haltern von “Problemhunden“.
Klicken Sie, bei den folgenden Fragen, auf das kleine  um die Antworten zu lesen!
Wir wollen schon mit dem Namen DANGEROUS-DOGS verständlich machen, daß erst einmal von jedem Hund potentiell eine Gefahr ausgeht. Was nichts damit zu tun hat, das er beisst o.ä. Es reicht doch schon, wenn ein Hund unvermittelt auf die Straße läuft, weil sein Halter unaufmerksam ist, und somit zu einer Gefahrenquelle wird.
Jeder nicht erzogene Hund ein “Problemhund“. Wobei es der immer der Halter ist, der das Problem darstellt. Das Rücksichts- und Verantwortungslose Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen ist das wirkliche Problem. Sätze wie: der will nur spielen, meiner ist ganz lieb oder bleiben Sie einfach ganz still stehen, sind leider immer noch auf der Tagesordnung.
Bei Dangerous-Dogs betrachten wir immer die Mensch-Hund-Beziehung. Denn heute wissen wir schließlich, dass der Schlüssel zum Erfolg beim Hundetraining der Zugang zum Menschen ist. Der Hund hingegen steht zunächst an zweiter Stelle. Wie gut beide, Mensch und Hund, zueinander passen, muss ein guter Hundetrainer ausloten, um dann Diskrepanzen zu analysieren. Diese geschieht während des ersten Gespräches vor Ort, der Anamnese.
Zunächst führe ich ein ausführliches Gespräch mit dem Hundebesitzer, um dessen soziale Charakteristik und seine Vorstellung von seinem Hund kennenzulernen.
In diesem Gespräch muss sich unser Kunde zu unserem Weg bekennen, und zwar zu 100%. Hier geht es darum den Hund als Hund zu akzeptieren und entsprechend zu behandeln. Der Hund wird häufig nicht als das gesehen was er ist, sondern dient als Kindersatz, was zu den meisten Problemen führt.  Übertriebe Rücksichtnahme auf die angeblichen Bedürfnisse und mangelde Entscheidungsfreude tun ihr übriges.
In einer nachfolgenden Analyse ist es wichtig, dass ein Hundebesitzer mit einem Hund interagiert. Beispielsweise, indem er ohne Hilfsmittel mit dem Hund sozial spielt. Ein anderer Test ist das Anbinden des Hundes in der sogenannten Vereinsamung: Nach einem kurzen Verschwinden des Besitzers kommt dieser zurück zum Hund. Je nach Art der Begrüßung weiß ich dann, wie der Hund die Beziehung zu seinem Menschen reflektiert. Die Beobachtung des Mensch-Hund-Teams im alltäglichen Umgang, ist für mich der wichtigste Part der Anamnese. Hier schaue ich genauestens auf das Verhalten und die körpersprache des Halters. Besonders diese Beobachtung gibt mir Aufschluss darüber, wo ich beim Hundeführer ansetzen muss.
Der Hundehalter muss als erstes akzeptieren, daß der Mensch das Problem ist, denn ein Hund folgt nur seinen Instinkten und Trieben.
Nur wenn der Halter seine Sicht auf den Hund ä, habe ich die Möglichkeit, Verhaltensänderungen beim Menschen zu etablieren, die dann automatisch eine Änderung beim Hund nach sich zieht.
Das kann man wohl sagen, der Hund kommt erst an zweiter Stelle. Es ist in der Tat der Halter und sein Verständnis von Führung, das Mensch und Hund zu einem Team werden lässt. Verhält sich der Mensch selbstbewusst, souverän und übernimmt die Verantwortung in der Beziehung, ist der wichtigste Schritt bereits getan.
Wikipedia beschreibt es so: Als souverän bezeichnet man die sichere oder überlegene Beherrschung einer Aufgabe.
Ein souveräner Hundeführer hat somit aus meiner Sicht 3 Eigenschaften:
1. Er macht was er will.
2. Er schaut nicht zurück.
3. Er stellt keine Fragen und diskutiert nicht.
Nein keine, mit Methoden ändert man kein Verhalten. Verhaltensänderungen bedürfen Einsicht. Die Veränderung der inneren Einstellung des Hundehalters ist die Basis unseres Trainings. Zur Hilfestellung haben wir keine Methoden, sondern 3 Grundsätze erarbeitet.
Grundsatz Nr. 1 - Die Probleme verursacht der Mensch!
Grundsatz Nr. 2 - Der Mensch trifft die Entscheidungen
Grundsatz Nr. 3 - Selbstdisziplin und Konsequenz!
Diese Grundsätze gepaart mit Zeit und Geduld führen nachweislich zum Erfolg.
 Inkonsequenz, Vermenschlichung, zu hohe Ansprüche an den Hund getrieben von diversen veralteten Regeln und Doktrinen, und sehr oft ist es die rosarote Brille mit Sicht auf den eigenen Hund.
Der häufigste Fehler bei Second-Hand-Hunden ist das Mitleid des Menschen. Hier wird der Hund oft aus Unwissenheit in seinen Ängsten und seinen falsch gelernten Verhaltensweisen bestärkt. Dadurch führt das somit bestätigte “Problemverhalten“ sehr häufig dazu, daß der Hund wieder zurückgegeben wird. Darum versuchen wir den örtlichen Tierschutz zu unterstützen.
Ein Hund nimmt seinen Halter überwiegendüber die Körpersprache, sprich Mimik und Gestik wahr. Wenn der Hundebesitzer schon mit Opferhaltung uund angespannt mit seinem Hund spazieren geht, muss ich mich nicht wundern, wenn das Tier die Aufagen übernimmt. Doch in einer Welt, die von menschlichen Regeln bestimmt wird, kann kein Hund Entscheidungen treffen.
Unsere Sprache und unsere Körpersprache ist oft missverständlich. Wenn unsere Hunde sprechen könnten, würden sie uns immer wieder sagen: Woher soll ich wissen was du meinst, wenn ich höre was du sagst.
 Wenn die Einsicht zur Verhaltensänderung beim Halter vorhanden ist, kann er in kürzester Zeit lernen sich selbstsicher und souverän zu bewegen. Nun ist es für den Hund ein leichtes sich einzuordnen. Schon sind die ersten Erfolge sichtar.
Eine wirkliche, von gegenseitigem Vertrauen getragene Beziehung kann nicht durch Technik zustande gebracht oder aufrecht erhalten werden, und Probleme im Zusammenleben sind niemals mit Gewalt oder Zufügen von Schmerzen zu lösen, im Gegenteil: Durch das Zufügen von physischen oder psychischen Schmerzen leben die Hunde ununterbrochen in Angst- und Stresszuständen, ohne Vertrauen und Sicherheit. Darum lehnen wir jeglichen Starkzwang ab. Mit der Aktion wollen wir überzeugen, daß es besser ohne Stachel & Co. geht.
Wenn die Züchter ihre Welpen den „neuen Besitzern“ übergeben, wird beim Welpen eine enorm wichtige (und für’s Leben prägende) Entwicklungsphase unterbrochen, die Sozialisierungsphase. In dieser Phase würde der Welpe, bliebe er in seinem bisherigen Rudel, im Umgang mit seiner Mutter, im Umgang mit anderen erwachsenen Artgenossen und im Umgang mit seinen „Geschwistern“ lernen, wie man sich untereinander verständigt und sich „angemessen“ zu verhalten hat. Diese Aufgabe muss nun die Familie übernehmen und hier gibt es natürlich einiges Wichtiges zu beachten.
Außerdem richtet sich das Angebot an Second-Hand-Hundehalter, die ihr Tier z.B. aus dem Tierschutz übernommen haben. Auch hier muss man von Anfang an den richtigen Weg beschreiten. Mitleid ist hier fehl am Platz. Das Gegenteil von GUT ist gut gemeint.
Es gibt eine Unmenge an Hundeschulen und Hundetrainern, die Ihre Qualifikation durch seitenlange Aufzählungen von besuchten Seminaren, Workshops, Vorträgen usw. unter Beweis zu stellen versuchen. Bei Dangerous-Dogs sprechen die Erfolge und die zahlreichen Kundenempfehlungen für sich.
 Es müssten normalerweise weit mehr sein, denn das ist jede Stunde mit Dangerous-Dogs wert. Sie müssen das gesamte Paket sehen. Bei uns benötigen Sie nur wenige Stunden, um Erfolge zu sehen, und wir geben dem Halter Hilfe zur Selbsthilfe. Unsere Kunden hören nicht von uns : jetzt haben Sie aber ordentlich Arbeit vor sich, die nächsten Wochen und Monate werden anstrengend, ein Hund braucht mindesten 30.000 Wiederholungen und ähnliches dummes Zeug. Im Durchschnitt liegen die Kosten für eine Therapie bei 600 €, das ist weniger, als jeder kleine Hund bei einem guten Züchter kostet.
Mit anderen Hundeschulen kann man uns nicht - und wollen wir auch nicht - verglichen werden, denn dazu sind die Lösungsansätze viel zu verschieden. Wie hieß es schon in der Schule: Man kann Äpfel und Birnen nicht miteinander vergleichen. Bei Dangerous-Dogs muss der Kunde in jeder Hinsicht die Entscheidung treffen: Sekt oder Selters.
Eine art- und tierschutzgerechte Hundehaltung, das allgemeine Verständnis vom Wesen des Hundes und der partnerschaftliche und harmonische Umgang von Bevölkerung, Hundehaltern und Hunden sowie die vorurteilsfreie Kommunikation zwischen verantwortungsbewussten Hundehaltern und informierten Nicht-Hundehaltern.
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